Wustermark

Kuhdammbrücke

Weit mehr als erwartet und durchaus erfreulich hat sich das Güterverkehrszentrum Wustermark in den letzten Jahren entwickelt, doch dass die erst 2015 errichtete Kuhdammbrücke über den Havelkanal dem rasch zunehmenden LKW-Verkehr schon bald nicht mehr genügen würde – damit hatte man nicht gerechnet. Die Stabbogenbrücke war ursprünglich lediglich für eine Spur mit 4,50 Breite ausgelegt. Nun war eine zweispurige Brücke mit einer Fahrbahnbreite von 8,00 m unausweichlich geworden.

Die übliche Antwort wäre ein Ersatzneubau gewesen. Nach intensiven Variantenstudien entschied sich die Gemeinde Wustermark stattdessen für eine zunächst als nicht realisierbar erscheinende Lösung: Die 78 m lange Fahrbahnkonstruktion wurde in der Mitte aufgetrennt und um einen 3,50 m breiten Hohlkasten erweitert. Ergänzend verstärkten die Ingenieure die nun höher beanspruchten Bögen durch aufgeschweißte Laschen. Eine sorgfältige Planung des komplexen und mit zahlreichen Herausforderungen verbundenen Bauablaufs sicherte in enger Kooperation aller Projektbeteiligten die erfolgreiche Umsetzung. Nahezu vollständig ließ sich die vorhandene Bausubstanz weiterverwenden; lediglich 160 t Stahl und 520 m3 Beton für die Verbreiterung der Uferpfeiler kamen hinzu. Der Verzicht auf einen Neubau senkte nicht nur den Ressourcenverbrauch radikal, sondern erwies sich auch als die preiswerteste Variante. Die Kuhdammbrücke demonstriert eindrücklich, wie sich das Konzept nachhaltigen Weiterbauens auch im Bereich des Brückenbaus und der Infrastruktur umsetzen lässt.

Dieses Projekt erhielt eine Anerkennung im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis 2025.

Texte und Bilder wurden uns zur Verfügung gestellt von:
Brandenburgische Architektenkammer

Mehr Informationen:

Baukulturpreis bei der Brandenburgischen Architektenkammer
Baukulturpreis bei der Brandenburgischen Ingenieurkammer