21. Oktober 2021, Brandenburg (Havel)

Wanderausstellung „Stadtwende“

Reform und Aufbruch, Sanierungsstau und Abbruch, Eigeninitiative und Opposition – die Altstädte der DDR waren Schauplatz von Ohnmacht und Verfall, aber auch Orte mutigen gesellschaftlichen Engagements. Die Ausstellung „Stadtwende“ beleuchtet die Kämpfe und Niederlagen um die Altstädte, erklärt sie und dokumentiert verschiedene Blickwinkel auf die stets aktuelle Frage „Wie wollen wir Leben?“

Wer heute 40 Jahre oder älter ist, hat noch die Bilder vor Augen, wie sich Ende der 1980er Jahre viele DDR-Städte präsentierten: mit ruinösen Altstädten, bröckelnden Gründerzeitbauten, und nicht selten dem Abriss ganzer Häuserblocks als vermeintlicher ultima ratio. Wie es aber so weit kommen konnte, ist kaum bekannt. Dieses Stück Städtebau- und Zeitgeschichte erzählt die „Stadtwende“-Ausstellung.

Die DDR-Staatsführung brachte dem historischen Erbe im Prinzip durchaus Wertschätzung entgegen. Und in den 1980er Jahren erkannten Politik und Baufachleute die Kehrseiten der einseitigen Ausrichtung der sozialistischen Bauwirtschaft auf das industrielle Bauen (Plattenbauten) an meist dezentralen Standorten. Doch zu einem radikalen Kurswechsel konnten sich Staats- und Parteiführung bis zuletzt nicht durchringen. Erst die friedliche Revolution von 1989 brachte – vielerorts in allerletzter Minute – Rettung für marode Baudenkmale und verfallende Innenstadtensembles. Dabei waren häufig engagierte Bürgergruppen in den Städten aktiv und leisteten damit einen aktiven Beitrag zur „Stadtwende“.

Die Ausstellung ist Teil eines kooperativen Forschungsprojektes der Technischen Universität Kaiserslautern mit der Bauhaus Universität Weimar, dem Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung in Erkner und der Universität Kassel. Erste Ergebnisse dieser Forschungen sind nun in der Wanderausstellung zu sehen, die nach ihrer Eröffnung in Brandenburg in voraussichtlich neun weiteren ostdeutsche Städte mit historischen Stadtkernen zu sehen sein wird, darunter Halle/Saale, Erfurt, Potsdam und Stralsund.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung ist auf der Website des Stadtmuseums einsehbar. Mehr Infos zum Forschungsprojekt finden Sie hier.

Ausstellungsort

Stadtmuseum Brandenburg an der Havel im FREY-HAUS
Ritterstraße 96
14770 Brandenburg an der Havel

Laufzeit

21. Okt. 2021 – 30. Jan. 2022, Di.-So. + Feiertage 13-17 Uhr
Eintritt 3.- /5.- Euro.

Ansprechperson

Dr.-Ing. Thomas Fischer
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Medienkontakt:
Frank Peter Jäger
T 0176/ 2165 5916
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Demonstration 1989 in Halberstadt Demonstration 1989 in Halberstadt
Aus: Häuser und Gesichter Halle 1983-1985 Aus: Häuser und Gesichter Halle 1983-1985
Greifswald: Knopfstrasse in den 1980ern Greifswald: Knopfstrasse in den 1980ern